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48,80 €
ISBN 978-3-8440-3774-6
Paperback
202 Seiten
24 Abbildungen
300 g
21 x 14,8 cm
Deutsch
Dissertation
Juli 2015
Fabian H. Härtl
Der Einfluss des Holzpreises auf die Konkurrenz zwischen stofflicher und thermischer Holzverwertung
Ein forstbetrieblicher Planungsansatz unter Berücksichtigung von Risikoaspekten
Forstbetriebe richten sich in ihrem Angebotsverhalten zum einen nach den internen betrieblichen Gegebenheiten, zum anderen nach dem äußeren Holzpreis, auch wenn ihnen bei Letzterem oft ein eher träges Verhalten unterstellt wird. Reaktionen auf den Preis finden sich in der praktischen Betriebsführung oft als kurzfristige Änderung des Angebots. Geplante Hiebe werden zeitlich neu arrangiert oder eingeschlagenes Holz umsortiert. Eine Rückkopplung auf die mittel- bis langfristige Betriebsplanung (Forsteinrichtung) gibt es dabei in der Regel nicht. Mit ein Grund dafür ist die meist fehlende ökonomische Komponente in der waldbaulich dominierten Forstbetriebsplanung.

Die vorliegende Arbeit schlägt hier eine Brücke und gibt der Betriebsplanung ein Mittel an die Hand, um die Auswirkungen von erwarteten Preisentwicklungen auf die Angebotssteuerung zu analysieren und in den konkreten betrieblichen Planungsprozess einzubinden.

An die Entwicklung des Optimierungsmodells YAFO wurden folgende Anforderungen gestellt: Entscheidungen auf Bestandesebene, Flexibilität bezüglich der Betriebsgröße, Integration von naturalen und ökonomischen Risiken, Import von vorhandenen Daten aus Waldwachstumssimulatoren, Berücksichtigung von Einwuchsdaten und verschiedener Sortier- bzw. Managementvarianten. Es konnte so ein Planungswerkzeug erstellt werden, welches erstmals mit Hilfe der nichtlinearen Programmierung die Integration von naturalen und ökonomischen Risiken in die forstbetriebliche Planung auf Betriebsebene versucht. Der hierbei beschrittene Weg ermöglicht es, weitere Komponenten in die Optimierung von ökonomischen Zielgrößen einfließen zu lassen und so die forstbetriebliche Planung an komplexer werdende Ansprüche der Gesellschaft an den Wald in einer strukturierten und systematischen Weise anzupassen.

In einem weiteren Schritt wurden diese Ergebnisse durch die Aufstellung einer Kohlenstoffbilanz einer ökologischen Folgenabschätzung unterzogen. Dazu wurde ein Kohlenstoffmodell entwickelt, das die drei potentiellen Speichereffekte Waldspeicher, Produktspeicher und Substitutionseffekte berücksichtigt und die tatsächlichen, atmosphärenwirksamen Kohlenstoffflüsse einbezieht (Effektmodell). Das Gesamtergebnis der Kohlenstoffbilanz zeigt einen einheitlichen Trend im Vergleich der Szenarien. Je höher der Preisanstieg über dem Betrachtungszeitraum ausfällt, desto geringer fällt die Senkenleistung bezüglich der Kohlenstoffspeicherung aus. Die Analyse der Einzeleffekte zeigte, dass dies hauptsächlich den Substitutionseffekten geschuldet ist.

Der Waldspeicher wird durch die Behandlungsszenarien kaum beeinflusst, da die Gesamtwuchsleistung und somit der laufende jährliche Zuwachs und nicht der aktuelle Vorrat bzw. dessen Änderung für die Effektwirksamkeit des Waldes als Kohlenstoffsenke verantwortlich ist. Holznutzungen führen durch die Wuchsraumregulierung zu neuem Zuwachspotential und halten somit die Senkenwirkung im Wald aufrecht. Hohe Nutzungsmengen mit möglichst großen Anteilen an stofflich verwerteten Sortimenten führen daher zu einer hohen kohlenstoffsenkenden Wirkung des Gesamtsystems.

Der vorgestellte Ansatz fußt auf einem Verständnis des Wirtschaftens, das sich klar von neoklassischen Vorstellungen abhebt. Nicht die Natur soll der Ökonomie folgen, sondern die Ökonomie soll helfen, den Umgang mit der Natur sinnvoll zu gestalten. Daher sind folgende Punkte fundamental: Die Integration von Risiken in die Planung führt zu einer Abkehr vom Ziel der Gewinnmaximierung im engeren Sinn, denn es wird bewusst auf einen Teil des möglichen Gewinns zugunsten einer höheren Sicherheit verzichtet. Die Betonung der Sicherheit ist das genaue Gegenteil einer Strategie der Spekulation auf höchsten Gewinn, einer Strategie, die letztlich keine Grenzen kennt.

Darüber hinaus spielt auch die geforderte Rentabilität eine große Rolle, sprich die Zinsforderung, die an den Wald gestellt wird. Verlässt man hier den aufgrund der biologischen und standörtlichen Bedingungen überhaupt möglichen Rahmen, wird die Bewirtschaftung in Richtung Nadelholz und letztendlich in den Anbau von standortfremden Baumarten oder von auf Leistung gezüchteten Baumarten tendieren. Die daher auch häufig geübte Kritik an der Forstökonomie, dass der Zins einen großen Einfluss auf das Ergebnis der Kalkulationen hat, ist folglich auch kein Schwachpunkt dieses Ansatzes, sondern nur ein Ausdruck der Wesentlichkeit dieses Faktors.

Die Risikointegration und ein dem Ökosystem Wald angepasster Zinssatz lassen ökonomische Überlegungen dagegen zu einer wertvollen Ergänzung forstbetrieblicher Planung werden und führen von einer sich vertiefenden Ökonomisierung der Natur weg zu einem Arbeiten mit der Natur. Sie ergänzen die Argumente für eine generationenübergreifende, gerechte, die Wuchskraft des Bodens nicht zerstörende und den Charakter der Wälder als naturnahe Ökosysteme erhaltende Nutzung. Somit schließt sich der Dreiklang Soziales, Ökologie und Ökonomie letztlich also tatsächlich im Rahmen einer nachhaltenden Bewirtschaftung.
Schlagwörter: Forstbetriebsplanung; Optimierung; Risikointegration
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DOI 10.2370/9783844037746
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